Gestern sprach ich mit hauptamtlichen Menschen, die dafür Sorge tragen, dass in einer evangelischen Landeskirche spirituelles Leben und der Weg der Meditation weitergebracht wird. Mir ist da aufgegangen, dass eben gerade die Schwierigkeiten in und mit den Strukturen so einer grossen „Organisation“ wie (Landes-)Kirche daran erinnern können: Konkrete Wege der Kontemplation sind noch nie „Hauptgeschäft“ von organisierter Kirche gewesen. Das subversive Element von Mystik darf sich eigentlich nicht in einer organisatorischen Struktur verflüchtigen!
Auch in der katholischen Kirche ist es ja nicht so, dass von ihrer Struktur her, ein kontemplativer Weg besonders gefördert würde. Es sind – derzeit noch – einige Ordensgemeinschaften, die Träger der kontemplativen Tradition sind. (Das ist auch der Unterschied zum evangelischen Kontext: Da gibt es eben kaum geistliche Gemeinschaften, die diese Aufgabe übernehmen.)
(Übrigens sagte ich oben: es seien „derzeit noch“ Ordensgemeinschaft, die die Träger kontemplativer Tradition seien, sie haben mit ihren Klöstern auch einen Ort, wo dieser Weg einen Lebensraum und auch einen „Lern-Raum“ findet. Aber meine Ahnung ist ja, dass dieses Charisma in nächster Zeit auf die Laien übergehen wird, die jetzt schon Kompetenzen in diesem Bereich erwerben.)
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