Warum ist man eigentlich als in einer kontemplativen Praxis Engagierte/r eher ein Einzelner? So ist jedenfalls meine Wahrnehmung: Dass sich kontemplative Laien zu einer Gruppe zusammenfinden, die ein gewisses Mass an Verbindlichkeit hat, ist doch eher selten. Und mit diesem „gewissen Mass“ meine ich, dass man auch ein Stück seines Alltags miteinander teilt – über ein wöchentliches Treffen zum gemeinsamen Sitzen hinaus. Die Leute wären dann miteinander befreundet.
Meistens ist es aber wohl so, dass solche Menschen kirchlich eingebunden sein mögen und vielleicht dann zusätzlich irgendwo einen Ort haben, wo man sich zur Sitz-Meditation trifft, oder so jemand macht das ganz allein für sich.
Vielleicht erfährt so jemand dann kontemplative Exerzitien in einem spirituellen Übungszentrum so intensiv, weil für die Zeit des Übens – ein Wochenende oder mehrere Tage – so etwas wie Gemeinschaft entsteht, eine Gemeinschaft von kontemplativen Laien. Wieder zu Hause ist man aber wieder vereinzelt und zerstreut.
Wie bleibt man für das Vorhaben motiviert, Sitz-Meditation in seinen Alltag einzubauen? Es ist eigentlich der Aspekt der Motivation – und so was wie eine freundschaftliche „Kontrolle“ – was uns als Gruppe zusammen gebracht hat. Eine sehr einfache Weise gegenseitigen „Coachings“ ist das. Was hilft sonst noch zum Motivieren? Vielleicht ein youtube-Video? Das kommt so schön „Sendung mit der Maus“-mässig rüber!
Wisst ihr wie unangenehm das ist, wieder mal einen Blogeintrag zu schreiben, nachdem man so lange nichts mehr geschrieben hat? Also: Mir ist das unangenehm. Aber irgendwann muss man einfach wieder damit beginnen. So sind diese Sätze nunmehr der Anfang eines intensiven (klaro!) und regelmässigen (auf jeden Fall!) Bloggens zu dem, was wir als Laien-Kontemplative versuchen, ganz schlicht und im Rahmen unserer Möglichkeiten.
Ich gehöre zu den Leuten, die sich keine guten Vorsätze machen. Wie andere auch, habe ich erfahren, dass es frustrierend sein kann, wenn man sich unrealistische Vorhaben in Angriff nimmt. Und irgendwie neigen wir in mancher Hinsicht dazu, unsere Möglichkeiten zu überschätzen.
Trotz meiner Überheblichkeit den guten Vorsätzen gegenüber habe ich aber doch verstanden, was für eine gute Qualität es ist, überhaupt sich etwas zuzutrauen. Was liegt in einem neuen Schulheft oder in einem neuen Jahr oder an irgendeiner anderen Schwelle, dass wir auf einmal so mutig sind? Wo kommt auf einmal der Mut her, wieder neu zu beginnen? Das ist doch schön!
Diese Qualität sollten wir kultivieren. Und sie nicht nur für die grossen zeitlichen Schwellen – wie etwa ein neues Jahr – reservieren. Warum setzen wir diesen Mut zum Neubeginn nicht auch für jeden einzelnen Tag ein?
Nächstes Treffen ist am 29. November 2009 (Sonntag, 1. Advent) um 17.45 Uhr im Ansverus-Haus, Aumühle [bei Hamburg]. Bitte Kalender mitbringen, damit wir neue Termine verabreden können.
Im Kontext des Alltags eine kontemplative Praxis pflegen - die Mitglieder der Gruppe [urban contemplatives], derzeit aus vier Personen bestehend, möchten sich gegenseitig darin unterstützen, was alleine nur mit grosser Mühe gelingt. Dazu treffen wir uns grob zweimal im Monat im Hamburger Raum zu kontemplativer Praxis (vornehmlich Sitz-Meditation). Die Idee ist, dass die Orte, wo wir uns treffen wechseln. Allerdings dient die Krypta des Ansverus-Hauses (Aumühle) vorerst als Basis.
Die Mitglieder der Gruppe haben ihre kontemplative Praxis aus verschiedenen Traditionen vermittelt bekommen, d.h. wir haben keine einheitliche "Methode".
Kontakt Frank:
frank.schirmer.hamburg[at]web.de
Kontakt Yotin:
beisasse[at]gmail.com
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