[urban contemplatives]

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kontemplation ausserhalb von klostermauern, kontemplatives gebet auf freier wildbahn

in der mitte des rades: im raum der stille, hamburg hbf

Ist das ein Sturm, der draussen tobt? Eine lautstarke Brandung? Bin ich hier drin auch sicher? Und komm ich hier auch wieder raus? Wo war ich nochmal? Mist, sollte ich jetzt nicht gerade eigentlich auf meinen Atem achten?

Gestern abend haben wir uns „zum Sitzen“ getroffen, erstmalig im Raum der Stille im Hamburger Haubtbahnhof. Parallel zur Wandelhalle, „auf der anderen Seite“, verläuft der sogenannte Südsteg. Wenn man Richtung Mönckebergstrasse geht, könnte man, wenn man danach Ausschau hält, eine Glastür entdecken, die den Raum der Stille ausweist.

Man kommt in einen engen Vorraum und dann durch eine weitere Milchglas-Schiebetür zum eigentlichen Raum: schlichte Hocker findet man da und ein Bild aus gelben Platten. (Man kann auf dem unten verlinkten Flyer zwei Bilder sehen.)

In diesem Raum der Stille ist es nicht einfach von selbst still. Man kann durchaus immer noch ab und zu das Klacken von Schuhen hören. Und vor allem das Donnern der Züge unter einem, wie eine Brandung. Und auch anderes, was man überhaupt nicht einordnen kann.

Aber es hat unser schweigendes Gebet nicht gestört (zweimal 25 Minuten mit einer kurzen Pause zwischendurch). Es ist für mich – dieses Bild habe ich heute – eher so wie wenn man sich in einem ruhigen Mittelpunkt aufhält. Um einen herum ist Bewegung, ist ein ruheloses Vorüberziehen von Phänomenen, man selbst aber ruht in der Mitte des Rades, in einem „leeren“ und flexiblen „Raum“.

Ich freue mich schon auf das nächste Mal, wenn wir wieder dort Sitz-Meditation üben.

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4 Responses

  1. [...] In der Mitte des Rades: Im Raum der Stille, Hamburg Hbf (Der Eintrag in dem anderen Weblog von heute.) [...]

  2. inge sagt:

    war also am sonntag in hamburg zu einer fortbildung, dachte ich mir: ich will auch mal in dem „raum der stille“ sitzten, ueber den ich im internet gelesen hatte. habe also im hbf hamburg mit schwerem gepaeck in der touristeninformation nach dem raum der stille gefragt. es wurde ein faltblatt ausgehaendigt und ich wurde in den nordteil geschickt. dort fand ich den „raum der stille“ zunaechst nicht, erkundigte mich in der bahnhofsmission nach diesem und bekam von zwei netten jungen maennern mit dreitagebart die auskunft, dass der „raum der stille“ sehr schoen, aber am sonntag geschlossen sei.
    sass dann bald im zug.
    gruss aus bayern. (probiert hab ichs!)
    ingrid

  3. beisasse sagt:

    das ist ja witzig. wir werden also an dich denken, wenn wir jetzt am sonntag abend sitzen gehen werden. (die zwei netten dreitagebart-männer geben uns dann einen schlüssel – so haben wir das mit der bahnhofsmission geregelt.)

    gibt es nicht auch auf flughäfen solche räume? irgendwo auf dem münchener flughafen vielleicht? aber nee, in bayern gibt’s ja überall kirchen. und die sind nicht nur sonntags ständig auf, sondern sonst auch immer.

  4. inge sagt:

    ein schoener gedanke, dass ihr am sonntag an mich denken werdet! danke.

    am flughafen muenchen gibt es tatsaechlich, zusaetzlich zur kapelle, einen „raum der stille“ –
    http://www.munich-airport.de/Mediapool/Content/Download/Kirche/Flyer_Raum_Stille2007.pdf

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