Ist das ein Sturm, der draussen tobt? Eine lautstarke Brandung? Bin ich hier drin auch sicher? Und komm ich hier auch wieder raus? Wo war ich nochmal? Mist, sollte ich jetzt nicht gerade eigentlich auf meinen Atem achten?
Gestern abend haben wir uns „zum Sitzen“ getroffen, erstmalig im Raum der Stille im Hamburger Haubtbahnhof. Parallel zur Wandelhalle, „auf der anderen Seite“, verläuft der sogenannte Südsteg. Wenn man Richtung Mönckebergstrasse geht, könnte man, wenn man danach Ausschau hält, eine Glastür entdecken, die den Raum der Stille ausweist.
Man kommt in einen engen Vorraum und dann durch eine weitere Milchglas-Schiebetür zum eigentlichen Raum: schlichte Hocker findet man da und ein Bild aus gelben Platten. (Man kann auf dem unten verlinkten Flyer zwei Bilder sehen.)
In diesem Raum der Stille ist es nicht einfach von selbst still. Man kann durchaus immer noch ab und zu das Klacken von Schuhen hören. Und vor allem das Donnern der Züge unter einem, wie eine Brandung. Und auch anderes, was man überhaupt nicht einordnen kann.
Aber es hat unser schweigendes Gebet nicht gestört (zweimal 25 Minuten mit einer kurzen Pause zwischendurch). Es ist für mich – dieses Bild habe ich heute – eher so wie wenn man sich in einem ruhigen Mittelpunkt aufhält. Um einen herum ist Bewegung, ist ein ruheloses Vorüberziehen von Phänomenen, man selbst aber ruht in der Mitte des Rades, in einem „leeren“ und flexiblen „Raum“.
Ich freue mich schon auf das nächste Mal, wenn wir wieder dort Sitz-Meditation üben.
Eingetragen unter:treffen , raum der stille
Okay. Das stimmt nicht. Ich bin nicht mit so einem Puschelmikro die Mönckebergstrasse auf und abgegangen, und hab die „Leute wie du und ich“ nach ihrer kontemplativen Praxis gefragt. Was folgt ist eher so was wie ein Revival der altbekannten Schulklassen-Freundschafts-Bücher, wo man noch offenbarte, was die Lieblingsfarbe oder das Lieblingsessen war. Und zwar hat Christina die Fragen beantwortet. Yotin
wie bist du eigentlich zum sitzen gekommen?
Weil zwei Bekannte unabhängig voneinander mir davon erzählten – das kann doch kein Zufall sein, dacht ich mir.
dein lieblings-sitz-platz?
Bis jetzt die Kapelle im Haus Tannenried, wer weiß, was wir jetzt mit den [urban contemplatives] noch entdecken.
hocker zum knien, kissen oder auf einem stuhl? lotussitz oder freestyle?
Bitte ein Kniebänkchen, nicht zu hoch und ein Kissen ode so was, um die Hände abzulegen.
mogens oder abends? täglich oder nur ab und zu?
Wenn täglich, dann morgens. Da das aber meist nicht gelingt, dann bei meinen Wochenenden im Ansverus-Haus oder Exerzitien zu jeder Tageszeit, nachdem ich einmal vernünftig ausgeschlafen habe. Keinesfalls nachts. Abends ist es immer schwierig.
wann ist sitzen am schönsten?
Wenn es nicht langweilig wird und wenn ich mich wie ein Klippdachs fühle.
wann ist es am schwierigsten?
Wenn ich müde bin.
deine lehrer/innen?
Die Begleiterinnen aus dem Haus Tannenried.
und was hat das alles mit beten/kirche/glaube zu tun?
Wie? Das ist doch beten schlechthin! Mit Kirche, nun man sollte meinen, Kirche ist eine Möglichkeit, Glaube zu leben und zu erfahren und das ist doch die Begegnung mit Gott. Kontemplation ist auch und direkt Begegnung mit Gott.
dein sitz-motto?
Mein Sitz Motto … muss man ein Motto haben? – Ich sitze eben und warte, was passiert …
Eingetragen unter:drumherum
protokoll der ersten konstituierenden sitzung der gruppe [urban contemplatives] am 25. september 2007
anwesend: frank, christina und yotin.
top 1: frühstücken und planen.
top 2: 25 minuten geschwiegen.
die nächsten termine entnehme man bitte der „termine“-seite, zu der man oben gelangt, beim header.
Eingetragen unter:drumherum, treffen
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